Versickerung

Durch die Einführung der gesplitteten Abwassergebühr stellt sich für einen jeden Hausbesitzer die Frage, das Regenwasser weiter kostenpflichtig in den Kanal zu leiten oder durch Versickerung dem Grundwasser zuzuführen. Dadurch wird die Abwassergebühr, auch Niederschlagsgebühr oder Versiegelungsgebühr genannt deutlich reduziert. So wurden beispielsweise in Berlin 1,90 €/m³, in München 1,30 €/m³ und in Bonn 1,24 €/m³ für die Regenwasser-Ableitung erhoben (Stand 2010/2011) - Tendenz steigend.

Unter Versickerung versteht man das gezielte Einleiten von Regenwasser in das Grundwasser. In den günstigsten Fällen kann dies über bewachsenem Oberboden oder auch Mulden mit Oberboden erfolgen, doch meist steht der dafür benötigte Platz nicht zu Verfügung.

Wir von Zisternenhandel.de empfehlen die Versickerung über sogenannte Versickerungsboxen, welche aus Kunststoff gefertigt werden und aufgrund der Kubatur einen großvolumigen und stabilen Korpus abgeben. Die Speicherkapazität entsprechend dem Volumen betragen 95 %. Dies bedeutet eine Sickerbox mit einem Volumen von 230 L entspricht dem Volumen von ca. 1 Tonne Kies und wiegt gerade einmal 7 kg. Damit die Sickerbox nicht verschmutzen, werden diese mit im Lieferumfang enthaltenen Spezialvlies umgeben. Sickerboxen lassen sich beliebig kombiniert und passend zum Geländeverlauf anordnen. Weiterhin verfügt jede Box über ein integriertes Drainagerohr um gegebenenfalls die Boxen bei Verschmutzung zu spülen.

Ein Sickerschacht ist eine weitere Möglichkeit Regenwasser zu versickern, muss aber vorab mit den Behörden abgeklärt werden, da dieser nur punktuell versickert, aber grundsätzlich den gleichen Zweck erfüllt. Bitte beachten Sie – Versickerungsanlagen sind teilweise genehmigungspflichtig. Bitte informieren Sie sich bei Ihrer Kommune (Stadtverwaltung oder Landratsamt). 

Wir haben für Sie die am häufigsten angefragten Volumen zu Komplettpaketen zusammengefasst, welche Sie auch beliebig (sortenrein Sickerblock oder Sickerbox) erweitern können.



Versickerungsfähigkeit des Untergrundes


Bevor eine Versickerung gebaut wird, sollte geprüft werden, ob das zur Verfügung stehende Gelände bzw. der Untergrund überhaupt für eine Versickerung geeignet ist. Dies empfiehlt sich vorallem bei der nachträglichen Umrüstung einer bereits bestehenden Entwässerung mit Ableitung des Regenwassers in die Kanalisation. Bei Neubauten wird dies i.d.R. durch den Architekten bereits mit berücksichtigt.

Die Ermittlung der Versickerungsfähigkeit des Untergrundes kann durch einen einfachen Versuch erfolgen, der im Folgenden näher beschrieben wird. Die Versickerungsfähigkeit oder die Durchlässigkeit des Bodens wird mit dem sog. kf-Wert als negative Zehnerpotenz in m/s angegeben - sie beschreibt also die durchschnittliche Versickerungsgeschwindigkeit des Wassers im Untergrund.

Die Abschätzung der Durchlässigkeit kann mit einem leicht durchführbaren Versuch erfolgen. Dieser muss in der entsprechenden Tiefenlage der beabsichtigten Versickerungsart (Muldenversickerung ca. 0,40 m Tiefe, Rigolenversickerung ca. 0,60 m Tiefe oder Schachtversickerung ca. 1,00 m Tiefe) durchgeführt werden. Für den Versuch benötigt man:

Spaten, Kelle,Messlatte, Zollstock, Uhr, Klebeband (alternativ wasserfester Stift), Feinkies,Wasser

Durchführung: Zuerst muss ein Loch gegraben werden (s. Skizze für den Tiefenbereich 0,40 m). Achten Sie auf eine Mindestgröße, um den anfallenden Bodenaushub leicht entnehmen zu können. Nun bringen Sie eine ca. 3 cm starke Feinkiesschicht auf dem möglichst ebenen Boden des Loches auf. Stecken Sie die Messlatte fest in das Loch, so dass Sie die Latte gut sehen und auch bequem Markierungen daran anbringen können. Bevor man mit den Messungen beginnen kann muss das Loch und das direkte Umfeld noch ca. 1 Stunde gewässert werden (es sollte immer Wasser in dem Loch stehen). Für die Messung wird das Loch nun vollständig mit Wasser gefüllt. Markieren Sie nun den Wasserstand an der Messlatte und merken sich den Zeitpunkt. Nach 10 Minuten wird dann der Wasserstand in dem Loch auf der Messlatte erneut markiert. Die Höhendifferenz wird mit dem Zollstock gemessen.

Dieser Versuch ist dreimal zu wiederholen (jeweils mit erneutem Wasserauffüllen des Loches). Weichen die Ergebnisse stark voneinander ab, so ist der Versuch noch öfters zu wiederholen, um einen repräsentativen Mittelwert zu erhalten. Das Ergebnis liefert einen Wert in cm Höhendifferenz / 10 Minuten. Um dies auf eine Stunde hochzurechnen ist das Ergebnis mit 6 zu multiplizieren.

 

Sickerfähigkeit des Boden ermitteln

 

 

 

Beispiel:
Gemessene Höhendifferenz = 6, 5 cm / 10 min
6,5 cm x 6 = 39 cm / Stunde
39 cm / 360.000 = 1,08 x 10-4 m/s (Kf-Wert)


Das Ergebnis aus dem Beispiel entspricht einem fein- bis mittelkörnigen Sand, der über eine gute Versickerungsfähigkeit verfügt. Dieser Boden ist für eine Muldenversickerung geeignet.



Dimensionierung:

Versickerungsbox Anzahl: Die Tabellenwerte sind als Richtlinie für kleinere Bauvorhaben (Ein- bis Zweifamilienhäuser) gedacht. Den Werten liegt eine Regenspende von 100l/sek./ha (5-jähriges Regenereignis) zugrunde.

Kf- Wert in m/s

 

 100 m²

 200 m²

 300 m²

   10-3

 Benötigtes Volumen

 1,0 m³

 1,8 m³

 2,7 m³

 Anzahl Sickerboxen

 4

 9

 13

  10-4

 Benötigtes Volumen

 1,7 m³

 3,3 m³

 4,9 m³

 Anzahl Sickerboxen

 9

 18

 26

  10-5

 Benötigtes Volumen

 2,3 m³

 4,5 m³

 6,7 m³

 Anzahl Sickerboxen

 12

 24

 36

  10-6

 Benötigtes Volumen

 2,5 m³

 4,9 m³

 7,4 m³

 Anzahl Sickerboxen

 14

 28

 43

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